Review: KAMBRIUM – „The Elder’s Realm“ am 29.07.2016

Epic und Death und Metal, das lässt diverse Spielarten metallischer Musik zu. KAMBRIUM loten das Ganze ziemlich konsequent aus – nicht mehr und nicht weniger.


© danny@rocknews.ch Epic Death Metal aus Deutschland, Noiseart Records


Todesmetaller haben die Eigenart, dass sie entweder zu fantastischen, oft etwas kitschigen Geschichten neigen oder zusammenhanglos in der Gegend herumgrowlen – was beides durchaus seinen Reiz hat.

KAMBRIUM wählt einen anderen Weg – auch wenn da eine böse Seehexe eine Rolle spielt. KAMBRIUM liefern mit ihrem 3. Studioalbum etwas, das ich „musikalisches Konzeptalbum“ nennen möchte. Üblicherweise zeichnen sich Konzeptalben durch einen inhaltlichen Strang aus, eine Erzählung, welche sich durch das ganze Werk zieht.

„The Elder’s Realm“ wirkt auf mich wie eine musikalische Schnur aus zentralen Elementen, welche immer wieder einen Knopf enthält, von welchem Seitenschnüre weggehen. Was sich durchzieht ist in erster Linie eine hammerharte, hochpräzise Doublebaa-Arbeit, welche ihren Namen verdient. Ebenfalls konsequent werden Clear- und Growlgesänge zentral verankert, sei das abwechslungsweise oder choral.

Das gesamte Album lebt von einer enormen Kompaktheit gepaart mit einer grandiosen Dynamik. Die Truppe vereint reine Metalbretter in höchstem Tempo mit orchestralen und akustischen Versatzstücken, welche so auch bei BLIND GUARDIAN auftauchen könnten.
Das dritte Album ist gelungen, macht Spass, überrascht und lädt zum mehrfachen, intensiven Hören ein.

Anspieltipps

„Furious Decay Of A Dying World“ kann ich als Beispiel für die Weite der musikalischen Grenzen empfehlen. Hier mischen sich Midtemposequenzen mit thrashigen Drumsequenzen, Growls finden ebenso Platz wie Screams und Breakdowns, hohes Tempo trifft auf schleppenden Todesmetal.

Eine absolute Hymne eröffnet das Album; „Abyssal Streams“ führt auf direktem Weg durch verschiedene Spielarten klassischer Metalsounds. Geile Gitarrensoli hier, Keyboardgewimmer da, sanfte „Harfenklänge“ und gutturale Gesangsparts dazwischen. Die sehr melodischen Gesangslinien sind harmonisch und zeigen eine faszinierende Art, wie Clean neben Growl marschieren können – in trauter Einigkeit.

Viereinhalb Minuten geilen Metal bietet auch „Conjure The Lost“, meiner Meinung nach die Nummer, welche ein „Sinfonieorchester“ mit Metaldresche vereinigt – und auch das auf stimmige Art und Weise.

Fazit

KAMBRIUM sind nicht neu im Geschäft, vermögen aber immer wieder zu überraschen. „The Elder’s Realm“ ist ein Spielplatz für offene Metal-Geister, denen Genregrenzen ein Greuel sind.

Prädikat; Diese Scheibe gibt der Todesmetallsparte in deiner Playlist Gelegenheit, sich etwas farbiger zu präsentieren!

kambrium coverTracklist

  1. Abyssal Streams
  2. Through Shades And Despair
  3. Conjure The Lost
  4. The Elders‘ Realm
  5. Shattered Illusions
  6. Colossus Of The Seas
  7. Reckoning Of The Great
  8. Season Of The Sea Witch
  9. Layer Of Spores
  10. Furious Decay Of A Dying World

Lineup

Jan Hein | Keyboards & Orchestrations
Karsten Simon | Guitar & Clean Vocals
Martin Simon | Bass & Guttural Vocals
Fabien Chmiel | Drums
Maximilian Werner | Guitar & Backing Vocals

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